Påskeferie – Osterferien

Hei!

Und ja, Papa, ich schaffe es dann auch mal, diesen Beitrag zu schreiben.
In den Osterferien waren meine Anna aus Lillehammer und ich nämlich auf großer/kleiner Reise durch Südnorwegen.

Samstag, den 13.04., ging es für mich seehr früh los. Weil die AtB-Linienbusse samstagmorgens fünf (!!!) Minuten zu spät fahren und ich dann meinen flybuss verpasst hätte, musste ich um 5.45 Uhr zuhause losgehen und die zwanzig Minuten zur Bushaltestelle laufen. War aber halb so schlimm, denn ich konnte ja im Flugzeug ein bisschen schlafen.
Das hat mich übrigens nach Oslo gebracht, wo ich Anna dann im Zug getroffen habe. Es war total komisch. Wir hatten uns vorher erst zweimal gesehen, aber es fühlte sich an, als würde man eine alte Freundin wiedersehen.

In Oslo angekommen, haben wir unser Gepäck in ein Schließfach am Bahnhof gepackt und die Stadt „erkundet“. Wir waren beide schon vorher mal in Oslo gewesen und für mich ist diese Stadt einfach zu groß und ich finde sie nicht sonderlich schön.
Auf dem Operndach haben wir es uns erstmal gemütlich gemacht und gegessen und gequatscht.

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Die Flaschen dürfen natürlich nicht fehlen
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Anna und ihre Karotten sind am Start

Die Sonne kam raus und die 8 Grad fühlten sich echt warm an.
Danach sind wir zum Königspalast gegangen, haben einen Wachenwechsel miterlebt und viel gelacht und geredet.
Nachmittags haben wir uns noch mit zwei Au Pairs aus Oslo getroffen und einen Tee zusammen getrunken. Es ist echt krass, wie unterschiedlich das Leben in der Großstadt Oslo doch eigentlich ist, wenn man es mit Annas und meinem Kleinstadt- bzw. Dorfleben vergleicht.
Abends haben wir dann unser Hostel bezogen, das wirklich sehr schön war.

Am nächsten Morgen ging es mit der Tram wieder zurück in die Stadt und weiter nach Kristiansand mit dem Bus. 5h Busfahrt können sehr schnell vorübergehen, wenn man schläft und mit dem Gegenüber quatscht. Im Nachhinein können Anna und ich sehr über das Gespräch mit unserem norwegischen Gesprächspartner lachen. Also wir konnten auch zwischendurch darüber lachen.

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auf dem Weg nach Kristiansand

In Kristiansand haben wir gleich unsere Ferienwohnung bezogen, die direkt am Wasser lag. Anstatt also wieder zurück in die Stadt zu fahren, haben wir uns auf den Weg runter ans Wasser gemacht und uns die ganze Zeit gefreut, dass es so schön war. Kristiansand ist wirklich eine tolle Stadt, aber dazu später mehr.

Am Wasser sind wir erstmal einen Moment geklettert, bis wir ein stilles Plätzchen für uns gefunden hatten. Das Wetter war traumhaft und es waren kaum Wolken am Himmel. Besser geht’s nicht, oder?

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Seestern haha
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ein kleines Hannah auf dem Boden
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die innere Ökotante hat keinen Urlaub, deshalb hab ich gleich ein bisschen Müll aufgesammelt
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ein bisschen windig war es schon, aber sonst toll

Wir waren abends aber doch ganz froh, mal in der eigenen Küche zu kochen und nicht in einer Hostel-Gemeinschaftsküche. Wir haben übrigens jeden Abend Brokkoli gegessen. Ups.

Der nächste Tag war ziemlich cool. Wir sind in die Stadt gefahren und kurz durch die Innenstadt gelaufen. Kristiansand hat das Flair eines deutschen Nordseedörfchens mit Häusern im skandinavischen Baustil. Ich habe mich sofort ein bisschen in diese Stadt verliebt.
Dann sind wir auf einer kleinen Insel „wandern“ gegangen und waren ganz schnell von der Stadt im tiefsten Wald. Der Ausblick von der Südküste der Insel war echt wunderschön und Anna und ich wären am liebsten dort geblieben. Auch hier lautete bestimmt jeder 2. Satz: „Ahh, das ist so schön hier!!“

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aber erstmal essen. So sah ein typisches lunsj bei uns aus
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ich bin sehr stolz auf meinen Steinturm
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tolles Wetter, tolle Aussicht
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Wasser und Inseln
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„fiskebrygga“ hier gibt es ganz viel Fisch
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ein Süßigkeitentraum

Auf der Insel war es echt schön und auch, wenn wir uns ein paar Mal fast im Wald verlaufen hätten, ließ Google Maps uns nicht im Stich.
Am Abend wurde es dann aber noch spannend bei uns in der Ferienwohnung. Anna duschte und ich machte den Abwasch, als Anna bemerkte, dass das Wasser nicht richtig ablief. Der Abfluss aus der Küche sowie der Abfluss aus der Dusche endeten in einem kleinen Loch im Badezimmer, wo das Wasser auf einmal wieder herauskam. Wir hatten also nicht nur ein von Wasser überschwemmtes Badezimmer, nein, auch kleine Brokkolireste vom Abwaschen schwammen in der Wasserlache.
Wir haben also unseren Vermieter angerufen, der leider nicht in der Stadt war, der uns dann die Nummer von seinem Partner gegeben hat, den wir dann angerufen haben, der dann die Hausbesitzerin, eine sehr nette, 74-jährige Dame, angerufen hat, die dann zu uns gekommen ist. Diese Hausbesitzerin hat dann den Nachbarn (glauben wir) geholt. Also hatten wir zwei Südnorweger in unserer Ferienwohnung, die mit einem unglaublichen Dialekt („rørlegger“ – Klempner) mit uns und unter sich Norwegisch geredet haben. Ich habe keine Ahnung, wie ich es hinbekommen habe, die zu verstehen und ihnen selbst mitzuteilen, was das Problem war (mein Norwegisch ist besser als Annas, weil Anna ja in einer deutschen Gastfamilie wohnt), aber am Ende des Tages hat der Nachbar das Problem irgendwie behoben und wir brauchten keinen „rørlegger“ mehr und ich konnte auch problemlos duschen gehen. Holla. Das war ein kleines Abenteuer, aber es hat mir gezeigt, dass das mit meinem Norwegisch doch ganz gut funktioniert.

Der nächste Tag war unser letzter ganzer Tag in Kristiansand und den haben wir nochmal in der Stadt verbracht. Wir haben die Altstadt angeschaut und sind eigentlich einmal komplett um die Innenstadt gelaufen. Kristiansand hat mir persönlich sehr gut gefallen und ich möchte auf jeden Fall nochmal zurück. Die Stadt ist einfach so klein und niedlich und ich bin mir sicher, dass die auch zum Beispiel meiner Mama gut gefallen würde.

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Nordsee-feeling
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Kirschblüten
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echte Wikinger
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Altstadt Kristiansand

Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Zug weiter nach Stavanger, die dritte und letzte Station unserer Reise.

Stavanger war der einzige Ort, an dem unser Hostel sehr in der Innenstadt lag und wir keinen Bus fahren mussten. Deshalb haben wir uns, nachdem wir das Gepäck abgeliefert hatten, wieder in die Stadt begeben. Stavanger ist sehr industriell geprägt und dass das Öl hier einen wichtigen Stellenwert hat, haben wir schon gemerkt.
Wir entschieden uns, da wirklich jedes Geschäft zu hatte (die Norweger nehmen das mit Ostern sehr ernst und dabei war erst Mittwoch), mit dem Bus zu den drei Schwertern im Fels („sverd i fjell“) zu fahren, um den angebrochenen Tag wenigstens noch ein bisschen zu nutzen. Das war zwar weniger spektakulär, als wir gedacht hatten, aber wir haben das Beste draus gemacht.

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ich bin professionelle Hüpf-Tante
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die ominöse Straße von Annas Notizen war echt schön
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Sverd i fjell und Hannah

Abends im Hostel gab’s für Anna kostenlose Waffeln und danach Abendessen.

Am nächsten Tag, Gründonnerstag, hatten bis auf die Souvenirläden mal wieder keine Läden offen. Ein Stadtbummel war so also ziemlich langweilig. Stattdessen haben wir uns vormittags mit einem netten Kerl getroffen, der zur Zeit in Bergen als Schreiner arbeitet und zufällig auch in Stavanger Urlaub gemacht hatte. Mit ihm zusammen sind wir in die Altstadt gegangen und haben am Hafen gesessen und gequatscht. Das einzig Blöde war, dass die Stavanger-Möwen nicht halb so freundlich sind wie die Trønder-Möwen und ihm kurzerhand den halb aufgegessenen Kanelboller aus der Hand geklaut hat. Dummer Viecher.
Nachdem er sich dann auf den Weg zurück nach Bergen gemacht hat, haben wir ein Au Pair aus Stavanger getroffen, die uns zu einer Insel mit wunderschöner Aussicht auf den Fjord mitgenommen hat. Das war super toll und das Wetter war auch in Stavanger himmlisch.

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Altstadt Stavanger
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noch mehr Altstadt
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toller Ausblick

Karfreitag hatten wir dann den Höhepunkt unserer Reise geplant: die Wanderung zum Preikestolen. Und, oh mein Gott, wir hatten perfektes Wetter. Natürlich hatten wir uns auch den Tag ausgesucht, an dem ein Aida-Kreuzfahrtschiff in Stavanger angelegt hatte und die natürlich auch ihre ganzen deutschen Touris zum Preikestolen brachten. Deshalb und aufgrund des tollen Wetters war es oben brechend voll, was das Erlebnis aber nicht weniger beeindruckend machte.
Nachdem wir mit der Fähre in Tau angekommen waren, mussten wir erstmal feststellen, dass das mit den Bussen nicht so funktionierte, wie wir uns das vorgestellt hatten und doch ein bisschen teurer wurde, als gedacht. Es war aber immer noch günstiger, als wenn wir im Voraus eine Tour von irgendwelchen Reiseveranstaltern gebucht hätten.

Für die Tour hin und zurück sind insgesamt 4h angesetzt. Hin haben wir ohne große Pause innerhalb von 1,5h geschafft. Der Weg ist also nicht allzu schwierig und es gibt eine Stelle, die mal ein bisschen steiler ist. Aber nichts, was man nicht schaffen kann. Vor allem, wenn man gesehen hat, wie viele Kinder und Hunde da oben waren.
Der Preikestolen ist im übrigen ein Fels, der ca. 600m über dem Lysefjord ist. An der Kante geht es also 600m gerade nach unten. Das hat schon was. Der Lysefjord ist auch wesentlich schöner als der Trondheimsfjord, aber das der nicht so spektakulär ist, weiß ich ja schon.

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man sieht die Schlange. Alle stehen an, um ein Bild zu machen
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auch wir hatten uns angestellt
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wir haben uns an die Kante gewagt
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diese Aussicht und danke Anna, für dieses tolle Foto, von dem ich nicht mitbekommen habe, dass du es geschossen hast
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kurz vor der Kante
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vorsichtiger Blick über die Kante. Es war gruselig
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kurz vor dem Ziel (eigentlich schon auf dem Rückweg, aber pssst)
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der Lysefjord
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auf dem Rückweg haben wir an einem arschkalten Bergsee angehalten und die warmen Füße schockgefroren

Für unseren Rückweg und Abstieg haben wir mehr als 2h gebraucht. Allerdings hatten wir ganz viel Zeit und haben deshalb alle naselang Pause gemacht und die Landschaft genossen. Oh, und natürlich „spot the German“ gespielt, was erstaunlich gut funktioniert hat und wir kein einziges Mal falsch lagen.
Müde und glücklich kamen wir abends wieder im Hostel an.

Am nächsten Morgen hieß es dann „Tschüss Anna und tschüss Stavanger mit deinem Teich und den blöden Vögeln“. Annas Zug fuhr recht früh, sodass ich, als Anna weg war, in Ruhe meine Sachen packen und auschecken konnte.

Der Rückflug nach Trondheim war recht kurios. Ich habe ja schon immer gedacht, der Flug Hamburg-Amsterdam wäre kurz. Der Flieger Richtung Trondheim hat allerdings in Bergen zwischengelandet. Und Stavanger-Bergen lohnt sich ja mal gar nicht. Da ist doch die Sicherheitseinweisung länger als der gesamte Flug.

Als ich wieder in Trondheim war, habe ich es doch tatsächlich 20 Minuten vor Ladenschluss noch zu Rema geschafft und war müde und k.o. und froh, wieder „zuhause“ zu sein.

Der Urlaub war echt toll und der Süden Norwegen hat mir doch besser gefallen, als ich erwartet hatte.

Ha det!
Hannah

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