Winterferien und Tiefschneewanderungen

Hei!

Mitte Februar waren bei uns Winterferien. Die eine Woche haben wir in der Hütte in Schweden verbracht und bei dem ganzen Schnee hatten wir die erste Hälfte sehr viel Spaß.
Im Gegensatz zu den Kindern hatte ich keine Ferien und musste arbeiten, allerdings war das alles sehr entspannt und auch, wenn ich manchmal mehr gearbeitet habe als sonst in Trondheim, kam es mir nicht so vor.

Am Dienstagabend gab es dann meine Premiere und der Bruder meiner Gastmutter hat mich mit auf die Skiloipe genommen, um mir zu zeigen, wie man denn langläuft. Und ja, was soll ich sagen… Irgendwie hat das alles nicht so funktioniert, wie es sollte und ich hatte irgendwann bestimmt 10cm Schnee unter den Skiern kleben. Und so kann man ja nicht fahren. Das war alles ein bisschen unpraktisch, aber mein netter Gastonkel hat dann mitten auf der Strecke mit mir Schuhe und Skier getauscht. Seine Schuhe waren zwar ein bisschen zu groß, aber besser, als alle 5m umzuknicken, weil man auf Schneeabsätzen versucht zu laufen.
Achso, und dazu kam noch, dass wir mitten in einem regelrechten Schneesturm gelaufen sind. Zu meinem Glück waren also keine anderen Leute auf der Loipe.
Er hat dann also seine Skier an mich abgetreten, versucht mit meinen zu fahren und dann beschlossen, dass das wirklich keinen Sinn hat und die Skier einfach an den Rand der Loipe gelegt. Und dann ist er tatsächlich die gesamten 5km neben mir her gegangen. Ich meine, ich war jetzt nicht sonderlich schnell und ich bin doch tatsächlich 13 Mal hingefallen (viele Stürze sind den anfänglichen Ski-Schwierigkeiten zu verdanken), aber ich fand das trotzdem äußerst nett von ihm.
Allerdings war er ein miserabler Lehrer. „Einfach drauf loslaufen und wenn’s bergab geht, entspannen!“ ist nicht gerade hilfreich. Da hätte ich auch alleine gehen können. Naja. Liegt, denke ich, daran, dass er halt mit Skiern unter den Füßen aufgewachsen ist. Ich kann mich ja auch nicht daran erinnern, wie ich Fahrradfahren gelernt habe.
Ich hab’s dann auf jeden Fall geschafft, die 5km zu laufen, ohne zu sterben oder mir schlimmere Verletzungen zuzuziehen und es hat ab einem bestimmten Punkt auch echt Spaß gemacht und es war ein gutes Full-Body-Workout.
Meine Gastmutter war auch ganz erstaunt, dass ich die vollen 5km geschafft habe. Aber ich gebe ja nicht auf.

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ich, nach 5km Ski fahren, fertig und zugeschneit
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ich, nach 5km im Schneesturm Ski fahren

Mittwoch hat die ganze Woche dann eine 180-Grad-Wendung vollzogen. Eigentlich wollten meine Gastmutter und ich ausreiten gehen. Da wir vor allem Kind 3 nicht antun konnten, ohne es zu seinem geliebten Pferd zu fahren, haben wir die Kinder und meinen Gastvater mitgenommen.
Den nächsten Teil mag ich nicht ganz so detailliert aufschreiben, weil es echt nicht schön war.
Das eine Pferd haben wir auf jeden Fall schnell und gut gefunden und das andere hat meine Gastmutter nach einigem Suchen im Wald liegend gefunden. Sie hatte eine Kolik und lag wahrscheinlich schon etwas länger da.
Die Kinder duften kurz das gesunde Pferdchen reiten und dann ging’s ohne meine Gastmutter, die auf den Tierarzt gewartet habe, nach Hause.
Gegen elf Uhr abends kam dann die Nachricht, dass sie das Pony leider einschläfern mussten. Dementsprechend gedrückt war die Stimmung die nächsten Tage und mich hat das so mitgenommen, auch wenn ich das Pferd ja kaum kannte.
Das Pony konnte auf dem Hof beerdigt werden und so hatten alle am Donnerstag bei der „Pferdebeerdigung“ nochmal Zeit, Abschied zu nehmen und Blumen auf das Grab zu legen. Ich hoffe, du bist gut über die Regenbogenbrücke gekommen, Bleikfaxa..

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das Wetter zur Beerdigung hat gepasst und es war grau und hat geschneit

 

Donnerstagabend habe ich dann nochmal die Skier gepackt (diesmal die „guten“ von meinem Gastvater) und hab mich alleine auf die Loipe gewagt. Mit einer Verbesserung auf 2 Stürze (diesmal nur beim Bergauf-laufen) bin ich doch sehr zufrieden. Und ich war mega stolz, dass ich die Bergabfahrten problemlos geschafft habe.

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dramatisches Bild meiner Füße und Skier vor dem Losfahren; es war mal wieder dunkel

Und Freitag sind wir dann gegen Nachmittag zurück nach Trondheim gefahren. Das waren Winterferien, wie man sie sich nicht wünscht.

 

Und weil ich dafür keinen extra Beitrag schreiben möchte, erzähle ich gleich mal vom Wochenende eine Woche später, als ich mit Karina in der Bymarka Ski fahren wollte. Nachdem der ganze Tag aufgrund von Karinas Bus schon sehr turbulent angefangen hatten, blieb unser Bus dann auch noch einen Kilometer vor der Skistua im Schnee stecken. Das war ein sehr gruseliges Gefühl, wenn der Bus ein einen Schneehaufen rutscht, weil die Reifen nicht greifen. Bei der Skistua angekommen haben wir dann bemerkt, dass aus irgendeinem Grund die Skiausleihe nicht geöffnet hatte und ich also keine Skier bekam. Na toll.
Da Karina aber gerne Ski fahren wollte und ich nicht gleich wieder in die Stadt fahren wollte, ist Karina eben Ski gefahren und ich bin spazieren gegangen. Es war ein bisschen schwierig, einen Weg zu finden, der nicht Loipe war, aber dann hab ich einen gefunden und bin den Gråkallen, einen Berg, hochgewandert. Auf halbem Wege bin ich dann einer Mutter und ihrem Sohn begegnet, die das gleiche Ziel hatten wie ich. Nachdem ich mich mit dem Sohn auf norwegisch unterhalten hatte und von der Mutter ein „und jetzt bitte nochmal auf Deutsch“ kam, habe ich erfahren, dass er ein Austauschstudent aus Deutschland ist und – natürlich – Physik studiert.
Mit netter Gesellschaft hat es dann noch viel mehr Spaß gemacht und der Ausblick von oben war echt atemberaubend schön. Dafür hatte sich die anstrengende Wanderung durch den Tiefschnee (wir sind regelmäßig bis zum Knie eingesunken, ich auf dem Rückweg sogar einmal bis zu Hüfte) auf jeden Fall gelohnt.
Wieder unten habe ich mich wieder mit Karina getroffen und wir haben zu viert noch Tee und heiße Schokolade in der Skistua getrunken. Der Tag ist zwar komplett anders gekommen, als gedacht, aber es war trotzdem total schön.

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on top of the world (Trondheim)
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ein Wegweiser
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*sabber*
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ein cooler, eingeschneiter Baum
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so schön
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es ist immer noch schön
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ich, im Schnee
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das sieht auch schön aus
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was ein Ausblick

Kleine Abenteuer finden einen halt immer, auch wenn man es nicht erwartet!

Ha det!
Hannah

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