Monat 4

Hei!

Vier Monate Norwegen liegen hinter mir, etwas mehr als ein Drittel meines Au Pair-Aufenthaltes ist vorüber. Der letzte Monat ist so schnell vergangen, das ist kaum zu glauben. Dabei ist gar nicht so viel passiert. Ich war ja die meiste Zeit in Trondheim..
Aber ich fange mal mit meinem Monatsupdate an:

Gefühlslage:
Die Weihnachtszeit ist bis jetzt meine schwierigste Zeit hier, glaube ich. Ich habe öfters auch mal ein bisschen Heimweh, aber das ist ja ganz normal. Und eigentlich weiß ich ja auch, dass ich nicht nach Hause möchte. Es sind immer wieder Momente, in denen ich mich ein bisschen einsam fühle, aber das vergeht meistens auch recht schnell wieder. Das erste Weihnachtslied, das ich dieses Jahr gehört habe – durch Zufall, es spielte in der Stadt – war übrigens das Lieblingsweihnachtslied von meinem Papa. Da musste ich schon kurz innehalten, weil ich nicht damit gerechnet habe.
Ansonsten fühle ich mich immer wohler in meiner Gastfamilie und weil die Sprache immer besser wird, klappt’s auch mit den Kindern immer besser. Das freut mich natürlich sehr.

Erlebnisse:
Diesen Monat gab es den ersten Schnee in Trondheim, der genauso schnell verschwand, wie er gekommen war und kurze Zeit später wieder aufgetaucht ist, es gab einen Kinoabend mit Coco und Karina, als wir uns nach unserem Weihnachtsshopping den 2. Fantastische Tierwesen-Film angesehen haben. Zum Glück sind die Filme hier in Norwegen nicht synchronisiert, sondern in Originalsprache mit norwegischen Untertiteln. Und die Untertitel waren tatsächlich nicht irritierend, sondern hilfreich, wenn einer der Schauspieler mal sehr undeutlich gesprochen hat. Der Film hat mir persönlich außerordentlich gefallen und ich kann kaum auf den nächsten Teil warten.. Am selben Wochenende hatte ich zwei Stürze mit meinem Fahrrad, worauf ich dann zu Winterreifen gewechselt hab. Die haben Stollen und seitdem fahre ich wieder sicher durch die Gegend.
Dann war die Weihnachtsfeier auf dem Ponyhof und es gab „risgrøt“ (Milchreis) mit einer Mandel.
Der Weihnachtsmarkt in Trondheim hat geöffnet und die ganze Stadt ist noch weihnachtlicher als vorher, der Schnee ist wieder geschmolzen und dann wurde es eiskalt. Mit -12°C ist der Winter auf jeden Fall eingekehrt, auf der Wiese vor dem Haus haben sie eine Schlittschuhbahn „gebaut“.
Und dann gab es doch noch eine kleine „tur“ im Dezember: Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt in Røros und haben wunderschönen Schnee und Weihnachtsstimmung pur erlebt.
Ja, das war es auch eigentlich. Gerade wird es wieder kälter und es soll auch wieder schneien. Die Hoffnung auf weiße Weihnachten ist noch nicht aufgegeben. Notfalls muss ich in die Bymarka hochfahren. Mal sehen.

Was ich vermisse:
Ganz klar: die Weihnachtszeit mit meiner Familie zu verbringen, einen echten Tannenbaum (hier in Trondheim hat meine Gastfamilie nur einen aus Plastik) und mein Dorfleben. Langsam ist Trondheim als Stadt nicht mehr interessant, ich habe ja schon alles gesehen und ich fühle mich manchmal ein bisschen bedrängt. Ich bin ja nunmal in einem sehr kleinen Dorf aufgewachsen, wo man, wenn man mal einen Spaziergang gemacht hat, wirklich mal alleine sein konnte. Hier treffe ich am selbst am Fjord unglaublich viele Jogger, Spaziergänger oder Fahrradfahrer. Man hört immer irgendwie die Autos und Häuser und Stadt ist auch irgendwie überall. Es hat zwar auch seine Vorteile, dass man nur zweimal lang hinfallen muss, um beim nächsten Supermarkt zu sein, aber ich bin doch durch und durch ein Dorfkind.

Norwegisch:
Ich hatte einen riesigen Durchbruch mit meinem Norwegisch. Ich habe angefangen, die norwegische Serie SKAM zu schauen (oh mein Gott, ich liebe diese Serie!). Ich gucke SKAM auf Norwegisch mit norwegischen Untertiteln und irgendwie hilft mir das ungemein mit der Sprache. Und dann habe ich mir „Harry Potter og de vises stein“, also den ersten Harry Potter Band, aus der Bibliothek ausgeliehen und bin fleißig am Lesen. Dann hab ich noch Kinderfilme auf Norwegisch ohne Untertitel geschaut und so langsam wird es immer besser. Der Sprachkurs, den ich eigentlich machen wollte, hat leider nicht stattgefunden und ich hoffe auf den nächsten im Januar. Der Bergenstest, den ich gerne machen würde, rückt schließlich immer näher.
Ach, ich schaffe es auch immer wieder, alle Sprachen, also Deutsch, Englisch und Norwegisch, irgendwie miteinander zu vermischen und habe auch das Bedürfnis, kleinere norwegische Satzfetzen (z.B. „vet ikke“- „weiß nicht“) in deutsche Konversationen einzubauen. Bei Leuten wie Coco oder so fällt das auch nicht auf, aber der ein oder andere Freund aus Deutschland hat mir schon ein verwirrtes Fragezeichen zurückgeschrieben. Es tut mir leid, Freunde, aber langsam wird das Norwegische natürlicher für mich.

Was ich gelernt habe:
Drei Kinder in drei verschiedenen Einrichtungen zu haben, ist nicht cool, weil jeder seine eigenen Keime anschleppt und immer irgendeiner krank ist. Zumindest um diese Jahreszeit. Und dann ist es ja logisch, dass ich auch krank werde, wenn ich den ganzen Tag angehustet oder angeniest werde. Naja, man kann es den Kiddies ja nicht übelnehmen, sie können ja selber nichts dazu. Und ich befinde mich jetzt auch schon wieder auf dem Weg der Besserung. Und zum Glück hatten wir nur die Erkältung hier und nicht den Magen-Darm-Infekt, der gerade rumgeht.
Und dann habe ich (auch schon in den letzten Wochen) gelernt, dass Vitamin D eine gute Erfindung ist und ich nehme ganz brav dreimal wöchentlich eine Tablette. Wer hätte das gedacht? Aber es ist echt lange dunkel, die Sonne geht ab 10 Uhr auf und ab 14.30 Uhr schon wieder unter, viel Tageslicht bekommt man da nicht zu sehen. Am schlimmsten ist es, wenn es bewölkt oder diesig ist und gefühlt den ganzen Tag nicht hell wird. Aber ich habe mich langsam (jetzt, wo es bald wieder heller wird) schon an die Dunkelheit gewöhnt. Und: schlimmer geht immer, weiter oben im Norden wäre es jetzt dauerhaft dunkel.

Liebe Grüße aus dem kalten Trondheim und ein fröhliches
Ha det!
Hannah

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