Ein Ausflug ins Winterwunderland

Hei!

Shame on me, dass ich erst nach drei Wochen dazu komme, diesen Blogeintrag zu schreiben…
Hier soll es jetzt um Cocos und meinen Ausflug in die schwedischen Berge gehen.

Meine Gastmutter fragte mich also an jenem Freitag, den 26.10., was ich denn am Wochenende vorhätte und nachdem ich ihr dann von Cocos und meinen Plänen, „etwas Cooles“ zu unternehmen, erzählte, schlug sie einfach vor, dass wir übers Wochenende zu ihrer Hütte fahren sollten. Wir könnten dort schlafen und es war mit Sonnenschein, -10°C und 30cm Schnee wunderschönes Wetter angesagt.
Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich mich sehr über dieses Angebot gefreut habe. Zum Glück gibt es einen Bahnhof in dem Ort, also haben Coco und ich noch Zugfahrkarten gekauft und uns Samstagmorgen um viertel vor acht am Hauptbahnhof getroffen. Es hat sich schon seltsam angefühlt, im Oktober die dicksten Wintersachen herauszukramen, aber im Endeffekt war es die richtige Entscheidung: In Schweden erwarteten uns tatsächlich 50cm wunderschöner, weißer Pulverschnee. Ich glaube, ich habe noch nie so viel Schnee auf einmal gesehen, zuhause in Norddeutschland freut man sich ja schon über 10cm (auch, weil dann fast immer die Schule ausfällt :p).

Irgendwie haben wir es dann ohne hinzufallen (das kommt später) geschafft, über die vereiste und nicht gestreute Straße zum Haus zu kommen. Ja, da waren wir noch ein bisschen überfordert damit, dass der ganze Weg zur Tür sehr eingeschneit war und wir doch tatsächlich einfach so durch den Tiefschnee stiefeln mussten… Wir wussten ja nicht, was uns am Sonntag erwarten würde 😀

IMG_20181027_094802.jpg
ich im tiefen Schnee
IMG_20181027_094327.jpg
erste Eindrücke der wunderschönen Schneelandschaft bzw Eisstraße

Aus unserem eigentlich geplanten Mittagsschlaf ist dann nichts geworden und wir hatten sehr viel Spaß dabei, einen illustrierten Atlas anzugucken.

Beim Einkaufen im örtlichen Laden kam dann ein kleiner Schock. Da das Örtchen sehr nah an der norwegischen Grenze liegt, kommen die Norweger in vollen Reisebussen (hier waren es immerhin vier), um in Schweden einzukaufen. Das ist nämlich billiger. Meine Gastmutter hat mir nachher dann erzählt, dass dieser Laden einer der teuersten seiner Art in Schweden ist.
Die Norweger kamen mit riesigen Koffern und Reisetaschen, in denen sie ihre Einkäufe verstaut haben und die Schlange am separaten Tabakwarenstand war so lang, dass Coco und ich beim Reingehen in den Laden gedacht haben, da gäbe es sonst was umsonst. Waren aber nur günstigere Zigaretten.
Beim Bezahlen gab es dann zwei Kartenlesegeräte, eins für schwedische und eins für norwegische Karten. Das hat mich ein bisschen verwirrt, aber ich habe das ganz souverän auf Norwegisch geklärt und war schon ein bisschen stolz auf mich.

Mit den Einkäufen wieder zuhause, haben wir beschlossen, ein bisschen Spaß im Schnee zu haben. Wie geht das besser, als mit einem Roller, der statt Reifen eine Art Ski besitzt, und Poporutschern? Diese Dinge haben wir uns von meiner Gastfamilie ausgeliehen und sind die Straßen runtergerutscht. Wir haben uns gefühlt, als wären wir vielleicht zehn und nicht achtzehn beziehungsweise neunzehn. Später haben wir dann noch einen Schlitten geholt und noch Bilder im Schnee gemacht. Unsere supertollen Fotoideen haben mal besser, mal schlechter funktioniert und am Ende hatten wir den Schnee überall.

DSC_0023.JPG
ich liebe Schnee
DSC_0068.JPG
Schnee überall, aber glücklich
DSC_0075.JPG
Foto by Coco

Dann wurde es auch schon langsam dunkel und wir haben versucht, den Sonnenuntergang zu fotografieren, der allerdings nicht ganz soo krass aussah, wie wir es uns erhofft hatten.

DSC_0196.JPG
der „krasse“ Sonnenuntergang

Den Abend haben wir mit Netflix, quatschen und lachen ausklingen lassen und sind dann müde in unsere Betten gefallen.

Am Sonntag haben wir ein wenig ausgeschlafen und sind nach einem späten Frühstück zu einer Wanderung aufgebrochen. Ich hatte meine superdicke Winterjacke und meine Skihose an. Mit der Jacke war es viel zu warm und ich hatte sie bei ca. -6°C die ganze Zeit geöffnet. Dass ich die Skihose anhatte, stellte sich aber als sehr klug heraus, da der Weg, den man zu Beginn noch wunderbar erkennen konnte, weil vor uns schon jemand durch den Schnee gestiefelt war („Probs an die, die hier durch den hohen Schnee gegangen sind“ – Ich, unwissend, was noch kommen würde). Irgendwann sind diese jemands allerdings abgebogen, was wir nicht vorhatten und so mussten wir uns unseren eigenen Weg durch den kniehohen Schnee finden. Das war ziemlich anstrengend, aber wenn wir zwischendurch auf Snowboardspuren, die festgedrückt waren, trafen, fühlte es sich schon komisch an, wieder „normal“ zu laufen. Wegen meiner Skihose bin ich auch immer vorgegangen. Begleitet wurden wir von Hasenspuren und einmal glaube ich auch, eine Fuchsspur entdeckt zu haben. Die Elche hatten mal wieder keine Lust.
Den Weg hatte mir übrigens meine Gastmutter empfohlen, weil er wohl sehr schön sein sollte. Das war es auch. Wir hatten tolle Ausblicke über das Tal und der Schnee hat alles zum Glitzern und Glänzen gebracht.
Alle paar hundert Meter (manchmal auch weniger) stand eine Bank mit einem Namen am Weg. Ohne diese hätten wir uns wahrscheinlich verlaufen, aber mithilfe der Namen und einer Karte blieben wir stets auf dem Weg. Pause haben wir in einem kleinen Unterstand gemacht und der Abstieg ging dann richtig schnell, auch wenn Coco den Berg nicht mit ihrer Plastiktüte runterrutschen konnte.
Und Respekt an den Kerl, der den Berg mit seinen Langlaufskiern hochgelaufen ist.

IMG_20181028_122408.jpg
ein Selfie, wie Coco ein Selfie macht
IMG_20181028_123830.jpg
ich gebe zu, von der Bank sieht man nicht viel
IMG_20181028_125715_5.jpg
Schneeengel machen muss sein
IMG_20181028_125806.jpg
das wunderschöne Endergebnis
IMAG1440.jpg
Wo ist der Weg hin? Und meine Unterschenkel?
P1070082.JPG
ich bin immer noch nicht über diese Schönheit hinweg
P1070079.JPG
der Unterstand, in dem wir pausiert haben
P1070091.JPG
Ausblick aus dem Unterstand
P1070076.JPG
Nadelbaum mit Schnee und Gegenlicht
IMG_20181028_121634.jpg
Winterwonderland
IMG_20181028_141651.jpg
ich liebe es
IMG_20181028_144555.jpg
und wieder zurück in der Zivilisation

Insgesamt sind wir drei Stunden im Schnee gewandert und hatten eine echt gute Zeit.

Wieder im Haus haben wir unsere Sachen gepackt, aufgeräumt, die zugefrorene Mülltonne gesucht und uns noch ein bisschen ausgeruht.
Irgendwann haben wir uns dann wieder auf den Weg zum Bahnhof gemacht und haben am Bahnhof tatsächlich auch Deutsche gehört. Also laut Coco war es Deutsch, ich habe nur die eine Stimme als Deutsch identifizieren können, aber bei starkem Dialekt hab ich als Hochdeutsche sowieso den kürzeren gezogen.

In Trondheim wirkten die knapp 0°C ziemlich warm. Es ist immer wieder komisch, von einer Wochenendreise zurück zu kommen. Man ist so schnell im Alltag wieder drin. Aber ich finde es auch immer wieder schön, mal für kurze Zeit etwas Neues zu sehen.

Ha det!
Hannah

3 Kommentare zu „Ein Ausflug ins Winterwunderland

  1. Hallüüüüü

    Die Bilder habe ich schon Live gesehen auf deiner Kamera 😛 Das war eben immer so ein „Aaaaaah das Bild kenne ich…aaaaaah das auch…aaaaaaaah da…“ Okay reicht jetzt. So viel Schnee will ich auch mal sehen in echt *.* Und das mit den Reisebussen kann ich immer noch nicht glauben ^^

    Adios! Nils

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s