Monat 2

Hei!

Wow. Ich bin jetzt schon zwei volle Monate in Trondheim. Einerseits fühlt es sich schon viel länger an, andererseits habe ich das Gefühl, erst gestern losgeflogen zu sein.
Auch diesen Monat habe ich sehr viel erlebt und davon möchte ich dir jetzt berichten.

Gefühlslage:
Mir geht es immer noch sehr gut. Diesen Monat hatte ich allerdings auch zwei beziehungsweise drei Tage, an denen ich mich überhaupt nicht gut gefühlt habe. Einmal habe ich mich einfach ein bisschen einsam gefühlt. Ich kannte neben meiner Gastfamilie nur Coco (am Ende des Monats waren es dann schon mehr Leute) in Trondheim und irgendwie habe ich da – es war mitten in der Nacht und ich war alleine zuhause, weil meine Gastfamilie auf der Hütte war – einfach irgendjemanden vermisst, der mich richtig gut kennt. Und ein Pferd zum Reiten. Dazu aber später mehr.
Das andere Mal war erst letztes Wochenende Sonntag und den Montag darauf. Am Sonntag bin ich von einem erlebnisreichen Wochenende nach Hause gekommen und es ist einfach alles schief gelaufen. Details dazu gibt’s im nächsten Post, erstmal muss ich meine Kamera wiederbekommen. Auf jeden Fall war ich so fertig mit der Welt und mir selber, dass ich mir Montagabend jemanden gewünscht habe, der mich einfach mal fest in den Arm nimmt und sagt, dass alles gut wird (alles ist gut gegangen).
Solche Momente sind zum Glück nicht häufig und wenn Kind 3 freudestrahlend auf dich zurennt oder Kind 2 dich beim Spazierengehen an die Hand nimmt, ist die Welt auch wieder in Ordnung.

Erlebnisse:
Diesen Monat ist wirklich viel passiert. Ich habe Anna kennengelernt. Ich finde es immer noch beeindruckend, wie viele Gemeinsamkeiten wir doch haben (Zitat meiner Gastmutter: „Ihr könntet zusammenziehen und müsstet nur Brokkoli und Frischkäse kaufen.“ Anmerkung: Vielleicht auch Kanelboller oder zumindest die Zutaten dafür).
Dann habe ich über finn.no (sozusagen das ebay-Kleinanzeigen in Norwegen) ein Pferd gefunden. Es ist ein kleiner schwarzer Isländer und ich war vorletzte Woche Freitag das erste Mal zum Reiten da. Er steht direkt am Wald, das heißt, vom Hof aus gibt es ein super Ausreitgelände, in dem sogar Elche sein sollen. Von mir mit dem Bus brauche ich vielleicht eine halbe Stunde zum Stall, also echt in Ordnung. Er hat sogar eine deutsche Reitbeteiligung. Das war sehr seltsam, als ich auf dem Hof auf einmal auf Deutsch angesprochen wurde. Am Freitag gehe ich dann wieder reiten und probiere den Kerl mal auf dem Platz aus. Ich bin schon sehr gespannt.
Und dann habe ich diesen Monat meine ersten Polarlichter gesehen und letzte Woche Mittwoch dann nochmal. Da ich am Donnerstag frei hatte und Coco auch, haben wir uns getroffen und sind mitten in der Nacht am Fjord entlanggelaufen. Das war echt schön, vor allem weil die Luft unglaublich angenehm war. Es waren vielleicht 10°C und der Himmel war sternenklar.
Mein freies langes Wochenende habe ich dann bei Anna in Lillehammer verbracht und wir hatten sehr viel Spaß. Genaueres dazu folgt. Der Elch war leider nicht dabei.
Außerdem ist diesen Monat ein neues Au Pair in der Nähe von Trondheim aufgetaucht, mit der ich mich schon einmal getroffen habe. Sie ist auch Deutsch und ich denke, wir werden uns auch nochmal treffen. Es ist immer gut, neue Leute kennenzulernen.

Was ich vermisse:
Da gibt es diesen Monat wenig. Am Wochenende hätte ich gerne Papa dabeigehabt, weil er sich mit Flughäfen auskennt oder Hanna, weil sie die besten Umarmungen gibt.
Aber ich denke, dass ich mich echt gut eingelebt habe und für fast alles eine norwegische Alternative gefunden habe (außerdem hat Mama mir meinen Lieblingstee per Post geschickt).

Norwegisch:
Morgen ist mein letzter Tag im Norwegischkurs. Ich glaube, ich habe echt viel dazugelernt. Am Anfang des 2. Monats waren die Eltern meines Gastvaters hier. Die Kommunikation hat da überwiegend auf Englisch stattgefunden. Jetzt ist die Mutter meines Gastvaters wieder hier und wir reden eigentlich nur Norwegisch miteinander.
Auch mit den Kindern kann ich mich besser unterhalten, ich habe sogar vorgestern das Wörter-erklären-und-erraten-Spiel vom ersten Abend mit Kind 1 gespielt und das hat super funktioniert. Was ich erklären musste, hat er immer erraten.
Außerdem habe ich mir gestern Emil fra Lønneberget (also Michel aus Lönneberga) aus der Bibliotek ausgeliehen und das liest sich auch auf Norwegisch echt gut. Einfacher als die Brüder Löwenherz allemal.
Außerdem habe ich Kind 2 zu einer Freundin gebracht und hab da auch nur Norwegisch geredet. (also wann ich Kind 2 wieder abholen soll, aber immerhin)

Was ich gelernt habe:
Hauptsächlich habe ich Norwegisch gelernt.
Außerdem habe ich mich in diesem Monat sehr viel mit dem norwegischen Bildungswesen und vor allem den Unis auseinandergesetzt, da ich momentan noch große Lust habe, in Norwegen zu studieren. Dafür muss ich allerdings den Bergenstest bestehen und dafür muss ich noch mehr Norwegisch lernen.
Außerdem habe ich gelernt, dass ein Reisepass in Norwegen das Leben viel einfacher macht (ich habe natürlich keinen…)
Und ich habe gelernt, dass meistens alles anders ist, als man denkt und dass Norweger die entspanntesten Leute sind, die ich je getroffen habe.

So, das war die Zusammenfassung meines zweiten Monats.
Ich freue mich schon auf die nächste Zeit hier in Norwegen!

Ha det!
Hannah

Ein Kommentar zu „Monat 2

  1. Da ist der Dauerkommentierer wieder da 😀

    Krass, das sind schon 2 Monate? Krass. (Doppelt Krass zu schreiben hält übrigens besser) Die Zeit rennt (Run, Time, Run!!; Punkt?). Echt cool, das du schon so gut Norwegisch kannst 😛

    Bis zum nächsten mal (oder bald) 🙂

    Gefällt 1 Person

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