Endlich Nordlichter!

Hei!

Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, aber es scheint wirklich passiert zu sein: Ich habe endlich Polarlichter gesehen. Grüne Lichter, die am Himmel hin- und herzogen. Es war anders als ich es mir vorgestellt hatte, aber es war magisch. Es war gerade mal kurz nach halb acht und die Lichter waren nicht so stark, aber man hat sie gesehen.
Ich liege also nichts ahnend auf meinem Bett und mache Hausaufgaben für meinen Sprachkurs. Da kommt die Benachrichtigung von meiner Polarlichterapp, dass die Wahrscheinlichkeit in der nächsten Stunde ziemlich hoch sei. Ich werfe skeptisch einen Blick aus dem Fenster, erwarte nichts und sehe einen hellen Streifen am Himmel, der verschwindet und sofort wieder auftaucht. Die Kamera liegt neben mir im Bett, die Speicherkarte steckt noch im Laptop. Mit Kamera und Jacke in der einen, der Speicherkarte in der anderen Hand sprinte ich aus meinem Zimmer, renne fast in meine Gastmutter, die in der Badezimmertür sitzt und die Kinder beim Baden beaufsichtigt und erkläre ihr ganz schnell, dass ich Nordlichter gesehen habe und jetzt nach draußen gehe. Schnell die Schuhe anziehen und raus aus dem Haus. Mehr oder weniger im Gehen ziehe ich meine Jacke an und stecke die Speicherkarte zurück in die Kamera. Und dann schnell über die Wiese zum Fjord. Zwischenstopp bei meiner Lieblingsbank, doch leider sind dort zum Fotografieren die Bäume im Weg. Im Dunklen muss ich den Berg absteigen und es kommt, wie es kommen muss, ich rutsche auf dem nassen Gras aus und falle den Berg runter. Applaus. (Spoiler: Meine Leggins hat jetzt wunderschöne Löcher am rechten Knie. Und mein rechtes Knie hat wunderschöne Löcher in der Haut). Schnell aufstehen und weiterlaufen. Am Ladestien entlang einen anderen Berg hoch. Dort oben steht auch eine Bank, aber da sitzen zwei Menschen und haben ein Lagerfeuer. Und es sind Bäume im Weg. Meine Freihandfotos sehen nicht so toll aus. Aber dahinten ist ein Zaunpfahl. Der muss als Stativ reichen. Ich bin total aufgeregt, alle paar Sekunden muss ich in den Himmel starren und das Spektakel über mir betrachten. Die Nordlichter werden immer stärker, sie sind zwar nicht richtig stark, aber doch gut zu erkennen. Ich stehe da und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es ist so wunderschön und das direkt vor meiner Haustür. Mein rechtes Knie tut weh, aber das ist mir egal. Es ist das schönste und anmutigste Naturspektakel, dass ich je gesehen habe. Es ist so unwirklich. Leicht grünes Licht über dem Fjord und weiter rechts davon sehe ich die hell beleuchtete Stadt. Trondheim. Ich komme mir klein vor. Und doch so groß, weil die Freude in mir so riesig ist und ich so viele Gefühle auf einmal fühle, aber vor allem Glück. Nordlichter sind etwas so Magisches, dass ich es kaum beschreiben kann. Jogger laufen an mir vorbei und ich kann nicht so ganz verstehen, dass sie die Nordlichter nicht wahrzunehmen scheinen.
Dann werden sie schwächer. Man sieht sie kaum noch und ich trete wieder den Nachhauseweg an. Diesmal ohne Stürze und auf dem breiten Kiesweg.
Zuhause sind meine Gasteltern nicht halb so begeistert wie ich. Sie kennen das wahrscheinlich schon. Aber für mich war es das erste Mal und auch zwei Stunden später kann ich es noch nicht so richtig glauben, was ich da gerade gesehen habe.
Es folgen die Bilder, die wahrhaftig keine Kunstwerke sind, aber das Wesentliche zeigen.

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Da hatte ich die Kameraeinstellungen ein bisschen falsch
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Freihandbild
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So magisch
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Was ist eine ruhige Hand?
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Und sie haben getanzt
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Ich finde, die Wolken sehen auch sehr schick aus

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Das ist mein Lieblingsbild

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Dann wurden sie schwächer
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Trondheim
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Trondheim ein bisschen dunkler

Dieser Blogpost war jetzt mal ein bisschen was anderes, aber es ist super schwierig, Nordlichter zu beschreiben. Wenn man sie (vor allem das erste Mal) sieht, ist es etwas sehr Magisches und ich wollte dieses Erlebnis für mich ziemlich detailliert festhalten.

Ha det!
Hannah

PS: Update zu Annas Postkarten: Nach meinem letzten Blogpost ist Anna eingefallen, dass sie die Postkarten noch gar nicht geschrieben hatte. Das hat sie dann angefangen und jetzt sind mindestens schon eineinhalb Karten (von dreien) fertig geschrieben… Oh Mann

Ein Kommentar zu „Endlich Nordlichter!

  1. Und ich war fast live dabei! Diese pure Freude kam ungefiltert und mit voller Wucht durch die Sprachnachrichten bei mir an. Ich musste selber sofort grinsen, das war ansteckend. Hmmm… Polarlichterfaszinationansteckungsskrankheit? Ich lass mich Krankschreiben, WUHUUU Morgen nicht zur Arbeit *trööööt*

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