Neue Freunde und Enten

Hei!

Ich lebe noch, habe unzählige um ein Uhr nachts unterbrochene Nächte hinter mir und trotzdem noch keine Polarlichter gesehen. Und Coco schon zweimal. Aber ich da hab ich es immer verschlafen… Ärgerlich.

Ansonsten passiert nicht viel, ich gehe zweimal die Woche zum Sprachkurs und kann sogar schon verstehen, was die Erzieherinnen im Kindergarten auf Norwegisch zu mir sagen, hab immer noch kein Pferd zum Reiten gefunden (das ist echt schwierig… ich war bei einem Hof persönlich und zwei anderen habe ich E-Mails geschrieben) und der Herbst ist angekommen.

Erstmal zum Wetter: Die letzten beiden Wochen waren unglaublich stürmisch. Dadurch hat sich das Wetter so schnell geändert, dass es in einem Moment geschüttet hat wie nichts Gutes und im nächsten war strahlender Sonnenschein. Es gab mehr als nur einen Regenbogen und einmal wäre ich fast mit dem leeren Kinderwagen weggeweht worden. Die Möbel auf dem Balkon und sogar der Grill (!!!) wurden vom Wind umgeräumt (anscheinend gefällt’s dem Wettergott jetzt besser). Die Bäume besitzen nur noch wenige Blätter und alles ist in wunderschönen Herbstfarben.

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da kam Freitagmorgen tatsächlich ein Regenbogen aus dem Fjord
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und ein doppelter Regenbogen am Sonntag

Das Spannendste, was in letzter Zeit passiert ist, war das letzte Wochenende. Anna, ein Au Pair aus Lillehammer war zum Sightseeing in Trondheim und da ich ein super Fremdenführer bin (nicht), habe ich ihr ein wenig die Stadt gezeigt. Freitag sind wir die Sehenswürdigkeiten abgegangen, Dom (der von innen auch richtig schön ist), Gamle Bybro (nein, die Brücke ist nicht gammlig, sondern einfach alt), Kristiansten Festning und einmal die Fjordgata hoch (keine Ahnung, ob das so sehenswert ist, aber ich mag die Häuser da recht gerne). Ich hatte definitiv eine Schicht Klamotten zu wenig an, denn mir war vor allem bei der Festung echt kalt.
Dann sind wir vor dem Regen in einen Souvenirladen geflüchtet, wo Anna Postkarten gekauft hat. Hast du die eigentlich schon abgeschickt?
Anna und ich haben uns hervorragend verstanden. Wo trifft man schon jemanden, der auch eine knallorangene Edelstahlflasche besitzt und Brokkoli mindestens genauso sehr mag wie man selber? Es war auf jeden Fall ein sehr witziger Moment, als Anna ihre Flasche aus dem Rucksack holte.

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Zufälle gibt’s…

Am Freitag musste ich noch ganz normal arbeiten, weshalb sich Annas und meine Wege am frühen Nachmittag trennten.

Am Samstag trafen Anna und ich uns wieder und wanderten den Ladestien entlang. Anna war super begeistert vom Fjord (ich kann das sehr nachvollziehen) und es war echt schön, auch wenn der Wind und der Regen uns das Leben manchmal schwer machte. Und warum muss der Weg immer bergauf und bergab gehen und nicht einfach mal gerade?
Auf dem Rückweg haben wir es uns dann noch im Ladekaia Cafe bequem gemacht und mit uns mit Tee und heißem Kakao wieder aufgewärmt. Das Cafe ist so schön, es gibt Sessel und am Eingang liegen kuschelige Decken, die man sich nehmen kann. In einem Regal stehen Spiele und man hat einen perfekten Blick auf den Fjord. Ich denke, man kann sich da richtig lange aufhalten. Ich habe zwar schonmal besseren Tee getrunken, aber ich will mich mal nicht beschweren. Immerhin war es weder schwarzer noch grüner Tee.

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es war kalt und windig und nass
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im Ladekaia
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das Ladekaia von außen, es ist eine Art Scheune mit Wänden nur aus Fenstern

Sonntag kam dann sehr große Freude bei mir auf: mein Fahrrad hatte einen komplett platten Reifen und ich durfte in die Stadt laufen. Ich hatte nämlich keine Lust, 37 Kronen für den Bus auszugeben. Also kam ich mit reichlich Verspätung bei Annas und meinem Treffpunkt an, nur um gleich weiterzulaufen. Diesmal ging es eher stadtauswärts und auf den Berg. Dort nahmen wir den Fahrstuhl im Tyholttårnet (dem Fernsehturm) und genossen einen wunderschönen Blick über Trondheim. Und wieder konnten wir innerhalb von zehn Minuten verschiedenste Lichtverhältnisse und Wetter beobachten. Erst schien die Sonne, dann regnete es wie blöd und dann schien wieder die Sonne. Es ist echt faszinierend, wie schnell sich das Wetter hier ändern kann. Kein Wunder, dass ich jetzt immer meine Regenhose im Rucksack habe, wenn ich sie nicht gerade trage.

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ohne Worte
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Trondheim von oben im Sonnenlicht

Wieder runter vom Turm waren wir mit Coco verabredet und sind am Ilabekken, einem kleinen Fluss am Stadtrand entlanggewandert. Das war ein kleines Abenteuer für sich und wir sind teilweise einfach ohne Weg durch den Wald gerannt. Manchmal war auch einfach kein Weg erkennbar. Das Highlight von dieser Wanderung war ein großer Stausee, dessen Idylle nur von Enten gestört wurde, die im Boden herumwühlten. Die Enten waren unglaublich witzig und wir standen eine ganze Weile da und haben ihnen zugesehen und zugehört. Bitte macht doch bei dem Video den Ton an. Ihr werdet es nicht bereuen.

Ich hoffe, den Enten hat, was immer sie dort gegessen haben, geschmeckt.

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der Stausee
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noch mehr Stausee
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God Tur!
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Märchenwald

Aus unserem ursprünglichen Plan, den Bus zurück in die Stadt zu nehmen, ist dann aber irgendwie nichts geworden und wir sind gelaufen. Dort hatte ich dann keinerlei Motivation, noch eine Dreiviertelstunde nach Hause zu laufen und so nahm ich den Bus. Immerhin war es schon kurz vor sechs und ich bin seit elf Uhr nur gelaufen. Da darf man sich schonmal den Bus gönnen.
Anna und ich haben auf jeden Fall beschlossen, dass ich sie in Lillehammer besuchen kommen muss. Und – zack – mein Zugticket nach Lillehammer ist schon gebucht und in zwei Wochen werde ich ein Wochenende dort verbringen. Ich freue mich schon total, Anna wiederzusehen und ihre Gastfamilie kennenzulernen (Hallo! an dieser Stelle).

Mein Fahrrad ist jetzt auch schon wieder heile und ich habe ein komplett neues Fahrgefühl mit funktionierenden Bremsen und ganz viel Luft im Hinterreifen. Hirse und Teebeutel habe ich auch gefunden.
Ich bin gespannt, was in der nächsten Zeit noch alles passiert und wann ich endlich Nordlichter sehe.

Ha det!
Hannah

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