Monat 1

Hei!

Mein erster Monat Trondheim ist vorbei. Kannst du glauben, dass es schon einen Monat her ist, dass ich in den Flieger gestiegen bin und Richtung Abenteuer geflogen bin? Ich kann es nicht. Die Zeit verging wie im Fluge und ich habe so viel erlebt und gesehen und gelernt.
Ich habe mir ein paar Kategorien ausgedacht, in denen ich dir über meinen ersten Monat im Land der Fjorde erzählen werde und im nächsten Monat über diesen und so weiter. Ich glaube, du hast das Prinzip verstanden. Viel Spaß!

Gefühlslage:
Mir geht es super. Ich fühle mich jeden Tag wohler und zum Ende des Monats klappt es auch endlich mit allen drei Kindern richtig gut. Irgendwas ist in den letzten Tagen bei Kind 2 passiert, dass wir jetzt auch Freunde geworden sind. Jetzt zeigt es mir auch mal Dinge und spielt gern mit mir. Es hat zwar einige Wochen gedauert, dafür ist es jetzt umso besser.
Und wenn die Gastmutter nach Hause kommt und sagt, sie habe eine Geschenk für dich und dann einen Brokkoli auf den Tisch legt, merkst du auch, dass sie wollen, dass du dich wohlfühlst.

Erlebnisse:
Ich habe viel erlebt und das auch in meinem Blog festgehalten. Die Highlights in diesem Monat waren auf jeden Fall der Ausritt im norwegischen Fjell und unser Camping Trip. Die Nacht unter dem Sternenhimmel war einfach traumhaft.
Rentiere und die Milchstraße sind definitiv das, was diesen Monat besonders gemacht hat.
Natürlich darf man auch meine normalen Arbeitstage unter der Woche nicht außer Acht lassen: Ich freue mich zum Beispiel jedes Mal, wenn Kind 3 im Kindergarten auf mich zu gelaufen kommt und sich freut, dass ich es abhole.

Was ich vermisse:
Es ist klar, dass ich meine Familie und Freunde vermisse. In dieser Kategorie soll es um andere Dinge wie Essen und Ähnlichem gehen.
Also: Ich vermisse meinen frischen Gouda von der Käsetheke. Ich habe bis jetzt noch keine Käsetheke entdeckt und wir haben eigentlich nur Butterkäse, der nach nichts schmeckt. Und Brunost. Den vermisse ich noch nicht. Da habe ich in Norwegen ja genug von.
Hirse hatte ich auch lange nicht mehr. In den Supermärkten, in denen ich bis jetzt danach gesucht habe, gab es immer nur Quinoa oder Couscous…
Und dann vermisse ich noch unsere Küchenmaschine. Da merkt man erst, wie verwöhnt ich eigentlich bin. Die Küche in Norwegen ist auch gut ausgestattet, es gibt einen Wasserhahn, aus dem kochendes Wasser herauskommt, aber es ist eben nicht das Gleiche, wie das, was ich von zuhause gewohnt bin.
Das sieht jetzt nach total viel aus, aber eigentlich sind das nur Kleinigkeiten, mit denen ich gut leben kann. Ich habe schließlich Brokkoli und Jogurt.

Norwegisch:
Oh ja, die ersten Tage waren schwierig und ich habe kaum Norwegisch gesprochen. Ich habe mich noch nicht einmal getraut, meine Kenntnisse aus meinem Kurs anzuwenden, den ich in Deutschland gemacht habe, anzuwenden. Verstehen hat schon immer ganz gut geklappt.
Was mich am Anfang sehr und jetzt immer noch ein bisschen stört, ist, dass ich mich einfach nicht ausdrücken kann. Ich kenne grammatikalische Regeln, aber mir fehlt einfach die Vokabel. Aber das wird sich mit der Zeit sicher auch legen, und alle – auch die Kinder – sind sehr geduldig mit mir.
Momentan ist es so, dass ich, wenn ich mit Kind 3 alleine bin, einfach fröhlich vor mich hinrede. Dann muss es sich halt fünfmal anhören, dass da ein Auto ist, weil das das einzige ist, was ich benennen kann, aber es findet Autos sehr toll. Inzwischen kann ich sogar erzählen, welche Farbe das Auto hat.
Mein Norwegischkurs hat am 11.09. angefangen und es macht mir sehr viel Spaß. Zwar gibt uns unsere Lehrerin immer sehr viele Hausaufgaben auf, aber wir wollen ja auch lernen.

Was ich gelernt habe:
Du hast sicher von meinem Hannah-ist-mutig-Projekt gelesen. Ich habe gelernt, beziehungsweise mich gezwungen, über meinen Schatten zu springen. Ich habe gelernt, Chancen zu ergreifen und aus mir raus zu kommen.
Ich habe mehr Norwegisch gelernt, ich kann jetzt, ohne mit der Wimper zu zucken, Windeln wechseln (keine Ahnung, ob ich das vorher schon konnte, ich hab’s davor nie machen müssen) und ich bewahre absolute Ruhe, wenn Kind 2 oder 3 wieder einmal ohne für mich ersichtlichen Grund anfängt zu schreien.
Ich bin jetzt schon erwachsener geworden. Ich war alleine bei der Polizei und erledige Dinge, für die ich in Deutschland Mama vorgeschoben hätte, hier alleine. Es ist ja aber auch so, zuhause war ich immer die Kleine. Und hier bin ich auf einmal die „älteste“ und es wird von mir erwartet, mich erwachsen zu benehmen, wenn du weißt, was ich meine. Ich kann mich hier auf niemandem ausruhen.

 

Ich hoffe, dir hat dieses kleine Update gefallen. Wenn du noch Fragen, Anregungen, Vorschläge zu weiteren Kategorien etc. hast, kannst du dich gerne bei mir melden.

Ha det!
Hannah

(für alle, die ein bisschen Norwegisch lernen möchten – Ha det! klingt wie eine Mischung aus Ha deee und Ha dööö. Die Fortgeschrittenen können auch Ha det bra! sagen und das R rollen.)

3 Kommentare zu „Monat 1

  1. Mooooooooin aus dem Lande mit Gouda 😛
    Das freut mich, das es dir so gut gefällt. Das ist echt schon ein Monat her, das du in den Flieger gestiegen bist? Oh man. Ich bin auf diesen Artikel gestoßen, in der Hoffnung ein Bild zu finden, mit dem man auf das Haus rückschließen kann, in dem du lebst. Meh. Muss ich wohl weiter mit Google Earth und dem Snapchatscreenshot suchen -.- Ich hab schon was gefunden aber das ist etwas weit weg vom Strand. Doppel-Meh.

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