Mein Wochenende in Schweden

Hei!

Letztes Wochenende habe ich Norwegen schon wieder verlassen und eine Nacht in Schweden verbracht, wo die Hütte meiner Gastfamilie ist.

Samstagnachmittag nach einer Fahrt durch die wunderschöne skandinavische Landschaft, kamen wir an. Die Hütte liegt mitten in den Bergen. Ich war einfach nur fasziniert von der Landschaft dort. Berge und Hügel mit Bäumen in sattem Grün, dazwischen unzählige Seen, Tümpel, Flüsse, Bäche und Wasserfälle.

alles war so grün
wunderschön

Meine Gastmutter und ich sind nach dem Essen gleich losgefahren und haben ihre Ponys besucht. Zwei Isländer, die auf einer riesigen Weide mitten in den Bergen ihr Leben genießen.

Meine Gastmutter hatte mir vorher schon gesagt, dass wir mit den Pferden in die Berge gehen werden. Tja, ich habe mir das allerdings ein bisschen anders vorgestellt. Ich dachte an Wege beziehungsweise Trampelpfade. Am Anfang gab es auch noch einen Schotterweg, doch dann hieß es „Hier rechts“ und auf einmal fand ich mich mitten im Wald auf einem Berg wieder. Diesmal ohne Weg. Zügel auf den Hals und das Pony durfte sich seinen Weg selber suchen. Nur zu nah an die Bäume durfte es nicht. Ich hänge schließlich an meinen Knien.

wir auf einmal mitten im Wald

Auf dem Bild ist meine Gastmutter nur kurz abgestiegen, um den Sattel zu richten.

Dann blieben die Ponys auf einmal stehen und starrten in den Wald. Es raschelte und ich sah einen etwas zu groß geratenen Reh-Popo. „Ein Elch!“, meinte meine Gastmutter. Ich fand es eigentlich ein bisschen zu klein für einen Elch, aber dachte mir nur, dass sie da wahrscheinlich mehr Erfahrung hat als ich. Dann sprang der vermeintliche Elch aus dem Unterholz und entpuppte sich als… einzelnes Rentier. Es ist sehr ungewöhnlich, ein Rentier alleine zu sehen und es wirkte auch ziemlich einsam und schaute sich die ganze Zeit um. Ich war ein bisschen aus dem Häuschen. Ich habe ein wildes Rentier gesehen!!!

Irgendwann waren wir dann oben auf dem Berg. Dort waren keine Wälder mehr und der Ausblick war wunderschön.

Dort haben wir dann nochmal zwei Rentiere gesehen. Leider habe ich von den Rentieren keine Fotos, denn mein Handy hatte ich ganz vorbildlich in der Satteltasche.

Der Abstieg war mindestens genauso abenteuerlich wie der Aufstieg. Teilweise war der Boden so matschig, dass die Pferde bis zu den Sprunggelenken oder weiter eingesunken sind. Die Pferde zuhause in Deutschland hätten sich bestimmt alle Beine doppelt gebrochen, aber die Bergponys kennen sich aus und hatten laut meiner Gastmutter noch nie irgendwelche Verletzungen.

Wir mussten also über matschige Wiesen, über kleine Bachläufe springen und im Slalom um die Bäume rum. Viel zu schnell waren wir wieder auf dem Schotterweg auf dem Weg zum Stall zurück. In der Halle durften sich die Ponys noch in Ponyschnitzel verwandeln (also sich wälzen – sich panieren) und wir fuhren zur Hütte zurück.

Am Sonntag sind wir wieder zu den Ponys gefahren. Diesmal allerdings mit den zwei älteren Kindern. Deshalb durfte ich Baron in der Halle reiten, während die Kinder das andere Pony reiten durften. Es war schon sehr witzig, zu versuchen, vernünftig zu arbeiten, wenn das Pferd seit über viereinhalb Jahren nicht mehr in der Halle geritten worden ist und auf dem Berg machen darf, was es will. Meine Gastfamilie freut sich jetzt, dass sie neben einem Au Pair auch einen Pferdetrainer haben, wie sie es ausdrücken. Ich habe nichts dagegen, Baron ein paar Manieren beizubringen. Am Sonntag ging es mir erstmal darum, dass er dahin ging, wohin ich das wollte. Das hat auch ganz gut geklappt, bis seine Freundin weg war.. Aber außer schneller zu werden, macht er nichts. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß. Für ihn war es wahrscheinlich der schlimmste Tag seines Lebens.

Bleikfaxa und ich auf der Weide

Zurück an der Hütte angekommen, gab es wieder Essen und dann haben wir uns auf den Weg zurück nach Trondheim gemacht.

Das Wetter in Schweden war übrigens auch eine Sache für sich.. Bei den Pferden hatten wir immer Glück und es hat erst dann angefangen zu regnen, wenn wir wieder an der Hütte waren. Das Wetter schlägt allerdings so schnell um, dass wir am Samstag zum Ausritt viel zu warm angezogen waren, da sich die Sonne doch dazu bequemt hatte, herauszukommen. Auch sonst war es in einem Moment tiefster norddeutscher Winter mit sieben Grad und Regen und im nächsten befindet man sich im schönsten Spätsommer.

Eine Regenhose steht jetzt auf jeden Fall auf meiner Einkaufsliste, denn auch das Wetter in Trondheim ist nicht für seine Beständigkeit bekannt.

Aber erstmal muss ich wieder gesund werden, da ich es geschafft habe, mich zu erkälten. Na toll, gerade jetzt, wo wir zwanzig Grad in Trondheim haben. Wie toll.

Ha det!

Hannah

Ein Kommentar zu „Mein Wochenende in Schweden

  1. Chacka! Erster ;PPPP

    Das mit den Pferden klingt echt cool. Da scharbe selbst ich als nicht-Pferdiander mit den Hufen mal ein Allradpony durchs Gelände zu reiten. Dafür sind Pferde echt nützlich 🙂

    „Höhö Bleikfaxa klingt wie ein IKEA Regal.“ ~Mein Gehirn bei dem Bild mit dem Pony

    Das war der vorletzte Artikel, jetzt kommt der Schlusssprint 😀

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